MP3, das beliebte Komprimierungsformat für Musik, hat einen unangenehmen Nebeneffekt: Auf der heimischen Festplatte oder dem MP3-Spieler sammeln sich oft Tausende von Liedern, über die man wegen ihrer Menge längst den Überblick verloren hat. Zwar gibt es die Möglichkeit, die Stücke nach Interpret, Titelname oder Genre zu sortieren, doch müssen diese Kriterien für jede einzelne Datei zunächst mühsam per Hand eingegeben werden. Eine Software, die zum Beispiel automatisch einen Ordner nur mit Klassik- oder Rockmusik zusammenstellt, gab es bisher nicht.
Damit wollte sich der US-Forscher Luke Barrington von der University of California in San Diego nicht zufriedengeben. Der Computerwissenschaftler entwickelte ein Programm, das Musik „ versteht”. Es analysiert und erkennt den Unterschied zwischen den verschiedenen Stilen. Dazu zerlegt die Software die Musikstücke zunächst in sehr kleine Audioschnipsel. Dann werden mit einem speziellen Algorithmus Ausschlag und Frequenz der Sinuswellen dieser Teile ausgewertet und miteinander verglichen.
Das neue Programm soll es möglich machen, selbst aus Millionen MP3-Dateien mit einigen wenigen Mausklicks einen Ordner zusammenzustellen, der nur die Musikrichtung enthält, die man gerade hören will, erklärt Barrington.





