Mit einer neuen Software können Pyrotechniker ihr Feuerwerk schon bald virtuell kreieren und vom Computer aus steuern. Amerikanische Informatiker der Infinity Visions Inc. in Bellevue, Washington, haben sich zu diesem Zweck mit Pyrotechnikern von Pyrodigital Consultans in Pebble Beach, Kalifornien, zusammengetan, berichtet das American Institute of Physics.
Der Clou ist ein spezieller Computerchip, der direkt in den Feuerwerkskörper eingebaut wird. Der “Magic Fire” feuert jede Rakete mit präzisem Timing ab, so dass sie genau zu dem Zeitpunkt explodiert, den die Wissenschaftler zuvor am Computer berechnet haben. “So können wir absolute Übereinstimmung zwischen dem virtuellen und dem echten Feuerwerk garantieren”, sagt Ken Nixon, Präsident von Pyrodigital Consultans. Dieses Timing ist entscheidend für ein gutes Feuerwerk ? vor allem, wenn das farbenfrohe Schauspiel passend zu einer Musik am Himmel erscheinen soll.
Mithilfe der Software “Visual Show Director 4D” können die Pyrotechniker im Vorfeld jede Farbe, Höhe, Größe und Geschwindigkeit verschiedener Raketen kombinieren. “Die vierte Dimension ist die Zeit”, erklärt Alberto Navarro, Präsident und künstlerischer Leiter von Infinity Visions. “So können wir Effekte schaffen, die bisher unmöglich schienen.” Die Software bezieht Erdanziehung und Wetterbedingungen wie etwa Wind in ihre Berechnungen mit ein.
Die Pyrotechniker können das virtuelle Feuerwerk auf dem Bildschirm bewundern und erhalten außerdem eine Liste der Chemikalien, die sie für die Farbenpracht benötigen. Auch das Timing, wann jede Rakete gezündet werden muss, hat das Programm parat.
Cornelia Pfaff