Mikrogravitationslinsen können Unsichtbares sichtbar machen, weil die Schwerkraft eines Vordergrundobjekts das Licht eines Objekts im Hintergrund gleichsam bündelt. Beispielsweise kann sich ein Stern (rot) zwischen den Beobachter und einen weit entfernten Hintergrundstern (gelb) bewegen (1). Dann wird die Helligkeit des Sterns im Hintergrund zeitweilig verstärkt, weil dessen Lichtstrahlen durch die Masse des Vordergrundsterns gemäß der Allgemeinen Relativitätstheorie zum Beobachter gebogen werden. Dieser registriert eine variierende „Lichtkurve” (unten). Wird der Vordergrundstern von einem Planeten in unmittelbarer Nachbarschaft umkreist (2), macht sich dieser Exoplanet als zusätzlicher scharfer Peak in der Lichtkurve bemerkbar. Falls der Exoplanet in größerer Entfernung um seinen Zentralstern kreist (3), besteht die Lichtkurve meist nur aus dem breiten Maximum des Sterns oder aus dem kurzen, weniger starken Helligkeitssignal des Exoplaneten. Sehr selten ist die Beobachtung beider Signale möglich – bisweilen in einem Zeitabstand von Jahren. Die Lichtkurve eines extrasolaren „Freifliegers” hingegen (4), der ganz ohne Zentralstern durchs All irrt, zeigt stets nur einen kurzen Helligkeitsanstieg.





