Acht Monate lang rechnete ein Supercomputer an der United Kingdom Astrophysical Fluid Facility – dann hatten Matthew Bate und Ian Bonnell (University of St Andrews) sowie Volker Bromm (Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics) damit simuliert, wie sich aus dem Kollaps einer interstellaren Gaswolke Protosterne und schließlich 50 junge Sterne bildeten, die durch die Verschmelzung von Wasserstoff zu strahlen begannen. Die simulierte Zeit dieser kosmischen Geburten betrug nur 266000 Jahre. Die Simulation selbst dauerte insgesamt 100000 Stunden (11,4 Jahre!), verteilt auf bis zu 64 parallel arbeitende Prozessoren des Supercomputers. Auch zeigte sich, dass bei den turbulenten Vorgängen immer wieder masseärmere Objekte aus dem chaotischen Protosternhaufen hinausgeschleudert wurden. Dabei handelt es sich überwiegend um Braune Zwergsterne, deren Masse nicht ausreicht, um die Kernfusion zu zünden. Die Berechnungen stimmen gut mit jüngsten Beobachtungen überein, bei denen viele Braune Zwerge in der Nähe von Sternentstehungsgebieten entdeckt wurden. Vermutlich gibt es in der Milchstraße also ähnlich viele Braune Zwerge wie normale Sterne – über 100 Milliarden.
Hans Groth





