Schon lange wissen Sterngucker, dass der mit bloßem Auge sichtbare Sternhaufen der Plejaden von einem fahlen Nebel umgeben ist. Jetzt berichtet der Astronom Richard White vom Smith College in Massachusetts, dass die Plejaden nicht nur mit einer, sondern mit zwei interstellaren Gaswolken kollidieren ? ein nie zuvor beobachtetes Ereignis.
Die Plejaden befinden sich 400 Lichtjahre von der Erde entfernt. Wegen ihrer sieben hellsten, mit bloßem Auge sichtbaren Sterne hat der Sternhaufen auch den Namen Siebengestirn. In Wirklichkeit besteht er jedoch aus etwa 500 Sternen, die mit einem Alter von 100 Millionen Jahren noch recht jung sind.
White beobachtete jetzt bestimmte Absorptionslinien des Sternenlichts mit einem speziellen Instrument des Kitt-Peak-Observatoriums. Im Astrophysical Journal Supplement (Ausgabe Oktober 2003) berichtet er, dass die Linien darauf schließen lassen, dass sich Gaswolken aus zwei Richtungen dem Sternenhaufen nähern.
Ein stellares Feuerwerk ist in nächster Zukunft allerdings nicht zu erwarten, denn die Kollision wird sich über Hunderttausende von Jahren hinziehen. ?Die Menschen, die die prächtigen Farbbilder von den Plejaden lieben, brauchen keine Angst zu haben?, so White, ?es besteht keine Gefahr, dass sie schnell veralten.?
Ute Kehse