Die Physiker aus Brookhaven interessierten sich besonders für einen bestimmten Kaon-Zerfall, der die CP-Symmetrie verletzt. Für den Zerfall eines positiv geladenen Kaons in ein positiv geladenes Pion, ein Neutrino und ein Antineutrino macht die Standardtheorie der Teilchenphysik nämlich eine exakte Vorhersage: Unter 100 Milliarden Kaon-Zerfällen sollten sieben bis acht dieser besonders seltenen Zerfälle dabei sein. Die beiden bisher beobachteten Fälle stehen unter Berücksichtigung statistischer Schwankungen in Einklang mit der Standardtheorie, reichen aber bei weitem nicht aus, sie zweifelsfrei zu bestätigen.
Für die nächsten Jahre planen die USA deshalb in Zusammenarbeit mit Kanada und Japan weitere Experimente mit verbesserter Zerfallsausbeute. Sollte die Standardtheorie nicht bestätigt werden können, dann ist unser Universum weitaus seltsamer als bisher angenommen. Die entsprechenden Theorien wie beispielsweise die Stringtheorie, die von der Existenz weiterer Raumzeitdimensionen ausgeht, sind bereits entwickelt.





