Die Forscher um Rohrer maßen zwischen 1999 und 2003 auf dem meteorologischen Observatorium Hohenpeißenberg zwischen Landsberg und Garmisch-Partenkirchen den Gehalt der OH-Radikale in der Atmosphäre. Die Konzentration dieser chemischen Verbindung steht in direktem linearen Zusammenhang zur Stärke der UVB-Strahlung, fanden die Forscher heraus. Anhand der Intensität dieser ultravioletten Strahlung konnten die Forscher die Konzentrationen der Hydroxyl-Radikale sogar genauer voraussagen als mit komplizierten Modellen, die Faktoren wie Temperatur, Ozon und Schadstoffe berücksichtigen.
Die Selbstreinigungsfähigkeit der Erdatmosphäre bleibt auch in naher Zukunft erhalten. Das geht aus den Ergebnissen deutscher Atmosphärenforscher hervor, die den Gehalt so genannter Hydroxyl-Radikale in der Luft bestimmten. Diese Radikale spielen eine wichtige Rolle beim Abbau schädlicher Spurengase. Die Menge der Hydroxyl-Radikale in der unteren Schicht der Atmosphäre veränderte sich mit den Jahren nicht merklich, fanden die Forscher um Franz Rohrer und Harald Berresheim heraus.
In der unteren Erdatmosphäre beseitigen Hydroxyl-Radikale Schadstoffe wie Stickstoffoxide, Methan und Kohlenmonoxid. Diese Radikale entstehen, wenn ultraviolette Strahlung Ozonmoleküle spaltet, wobei Sauerstoffatome frei werden, die mit Wasser reagieren. Die gebildeten Hydroxyl-Radikale sind hochaktiv und reagieren schnell mit Spurengasen wie dem Schadstoff Kohlenmonoxid, der dabei zu Kohlendioxid umgesetzt wird.
Nature, Online-Dienst Franz Rohrer ( Forschungszentrum Jülich) und Harald Berresheim (Deutscher Wetterdienst): Nature (Doi 10.1038/nature04924) wissenschaft.de ? Beate Förster





