Ob bei Pinguinen, Schafen oder Affen: Homosexuelle Beziehungen sind im Tierreich weit verbreitet. Auch wenn gleichgeschlechtliche Paarungen keine Nachkommen hervorbringen, können sie evolutionär vorteilhaft sein, unter anderem, weil sie den sozialen Zusammenhalt stärken. Normalerweise entstammen die schwulen und lesbischen Pärchen des Tierreichs aber zumindest der gleichen Art.
Esel und Stier in love
Doch nun sind Biologen Zeugen einer sexuellen Tierpartnerschaft geworden, die Artgrenzen überwindet. Eigentlich waren André da Cruz von der Universität Pisa und sein Team im äthiopischen Hochland unterwegs, um seltene Blutbrustpaviane zu erforschen. Doch die örtlichen Weidetiere boten ihnen ein noch selteneres Schauspiel: „Wir haben einen Stier und einen Eselhengst beobachtet, die eine ungewöhnliche Beziehung eingegangen sind“, berichten die Forschenden. „Die beiden Männchen suchten räumliche Nähe zueinander, paarten sich wiederholt und zeigten viele affektive Verhaltensweisen wie gegenseitiges Lecken, Reiben und Schnüffeln.“
Besonders außergewöhnlich: Die Beziehung des Stiers Achille und des Esels Patroclo war offenbar keine Notlösung mangels Alternativen. „Beide Tiere hatten Zugang zu anderen potenziellen Partnern, darunter Individuen beider Geschlechter und ihrer eigenen Art“, erzählt da Cruz. Doch Achille und Patroclo entschieden sich füreinander. Dabei gehörten die beiden Vierbeiner verschiedenen Besitzern und sahen sich nur tagsüber auf der Weide, wie die Forschenden von Hirten erfuhren.
Erregung, Sex und artübergreifende Zärtlichkeiten
Doch der sexuellen Beziehung des Paares tat dies keinen Abbruch: Zwei Wochen lang filmte das Forschungsteam die Interaktionen zwischen Stier und Eselhengst. 51 Mal bestieg Achille in dieser Zeit Patroclo, der ihn nicht nur entspannt gewähren ließ, sondern wiederholt auch von sich aus sexuelle Interaktionen initiierte, indem er Achille sanft beknabberte und ihm sein Hinterteil darbot. Mehrfach sahen die Forschenden, dass Patroclos Kot nach dem Geschlechtsverkehr von einer dickflüssigen weißen Substanz überzogen war – ein Hinweis darauf, dass Achille zumindest in manchen Fällen tatsächlich in ihm ejakuliert hatte.






