Die Forscher können sich dies nur dadurch erklären, dass Lutetia einen schweren Kern hat, womöglich aus Eisen. Das bedeutet, dass sich Lutetia kurz nach seiner Entstehung so stark erwärmte, dass die Gesteine im Innern schmolzen und schwere Mineralien nach innen sanken. Die Oberfläche war aber wohl nicht geschmolzen. Messungen ergaben, dass sie ähnlich zusammengesetzt ist wie primitive Meteoriten.
Auf der sichtbaren Seite der Oberfläche zählten die Forscher 350 Krater mit einem Durchmesser zwischen 600 Metern und 55 Kilometern. Der größte Krater entstand vermutlich bei einem Zusammenstoß mit einem acht Kilometer großen Meteoriten. Dass diese Kollision Lutetia nicht zerschmetterte, sondern nur einige größere Risse erzeugte, lässt ebenfalls auf ein relativ stabiles Inneres schließen, schreiben die Forscher.
Die meisten anderen Asteroiden gelten dagegen als kosmische Schutthaufen: Sie sind ein Sammelsurium aus Trümmerstücken und haben eine relativ hohe Porosität. Ein Beispiel ist der Asteroid Mathilde, der einen Durchmesser von 50 Kilometern, aber nur eine Dichte von 1,3 Gramm pro Kubikzentimeter hat.
Lutetia könnte damit eine Art Schnappschuss auf die frühen Phasen der Planetenentstehung liefern. ?In den Planeten ist diese frühe Phase der Differenzierung nicht überliefert?, sagt Benjamin Weiss, einer der Co-Autoren. ?Dieser Asteroid könnte uns zeigen, wie die ersten Planetesimale zu schmelzen begannen.? Der Forscher würde gerne eine Probe von dem ungewöhnlichen Himmelskörper zur Erde bringen. Die Nasa plant eine solche Sample-Return-Mission für 2016.





