Ein seltsames Objekt im Sternbild Adler, rund 2000 Lichtjahre entfernt, hat das Weltraumteleskop CoRoT (Convection, Rotation and Planetary Transits) beobachtet. Der im Dezember 2006 gestartete französische Satellit mit deutscher Beteiligung sucht mit seinem 27-Zentimeter-Teleskop nach Planeten, die vor anderen Sternen vorüberziehen. Durch solche Transits, die die Sternhelligkeit etwas verringern, verriet sich auch CoRoT-Exo-3b. Der Himmelskörper ist ungefähr so groß wie Jupiter, hat jedoch die 20-fache Masse. Alle vier Tage und sechs Stunden umkreist er seinen Zentralstern.
„Es war für uns eine große Überraschung, ein Objekt dieser Größe und mit dieser Masse zu finden”, sagt CoRoT-Projektleiterin Heike Rauer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Berlin. „Die Vermutung liegt nahe, dass die Dichte von Exo-3b doppelt so groß ist wie die von Blei. Diese Entdeckung wird eine Diskussion über die astronomische Einordnung von Exoplaneten auslösen.”
Seit fast 15 Jahren suchen Forscher weltweit nach Planeten mit Umlaufperioden von weniger als zehn Tagen. Mehrere solcher Objekte mit bis zur 12-fachen Masse des Jupiters wurden bislang gefunden. Auch Sterne mit nur 70 Jupitermassen entdeckten die Forscher. Doch zwischen diesen Massen schien es erstaunlicherweise keine Trabanten zu geben – bis auf CoRoT-Exo-3b. „Es könnte sich um einen Braunen Zwerg mit einer sehr kleinen Masse handeln, eine Art verhinderten Stern, der nie schwer und heiß genug war, um wie ein normaler Stern zu scheinen” , überlegt Hans Deeg vom spanischen Instituto de Astrofisica de Canarias, einer der Entdecker.
Unklar ist, wo genau die Grenze zwischen Planeten und Braunen Zwergen liegt. CoRoT-Exo-3b könnte auch der erste Vertreter einer neuen Familie sehr schwerer Planeten sein – bei Sternen, die etwas massereicher als unsere Sonne sind.





