Jan Hendrik Schön arbeitet seit 1998 bei den Bell Labs. Seine Forschungsgruppe versucht, Transistoren aus organischem Material zu konstruieren. In den letzten zweieinhalb Jahren war er Hauptautor von mehr als 17 Publikationen in Science und Nature. Wegen seiner grundlegenden Forschungsergebnisse genießt er ein hohes Ansehen unter Fachkollegen.
Ein schwerer Verdacht belastet Wissenschaftler der angesehenen Bell Laboratories: Möglicherweise waren Forschungsergebnisse in fünf Publikationen manipuliert, die in den Fachblättern Science, Nature und Applied Physics erschienen sind. Der deutsche Festkörperphysiker Jan Hendrik Schön, der bei allen fünf Veröffentlichungen Co-Autor war, ist unter starken Druck geraten. Die Bell Laboratories haben eine Untersuchungskommission aus externen Wissenschaftlern eingerichtet, berichtet die Fachzeitschrift Science in ihrer Onlineausgabe.
In den Publikationen werden verschiedene eigenständige Experimente beschrieben. Trotzdem sehen einige Messkurven nahezu identisch aus, wobei sich die Werte an den Achsen zum Teil unterscheiden. Besonderen Verdacht haben zwei Graphen erregt, die die gleichen durch Rauschen bedingten Schwankungen aufweisen. Auf Nachfragen sagte Jan Schön, er stehe zu seinen Messwerten. Es sei nicht überraschend, dass Experimente mit ähnlichen Geräten ähnliche Daten produzieren.
Florian Sander





