Nach den Ergebnissen waren bei den Säbelzahnkatzen der Kiefer und die zugehörige Muskulatur den Kräften eines zappelnden Beutetiers kaum gewachsen. Anders als Löwen, die ihre Beutetiere mit weitaus kräftigerem Biss im Extremfall mehr als zehn Minuten festhalten können, bis diese erschöpft oder tot zusammenbrechen, mussten die urzeitlichen Raubtiere daher zu anderen Tötungstechniken greifen: Sie hielten ihre Beutetiere nicht mit dem Gebiss, sondern mit ihren besonders kräftigen Vorderläufen fest, um ihnen dann mit den mächtigen Hauern einen tödlichen Biss in den Hals zu versetzen, vermuten die Wissenschaftler.
Säbelzahnkatzen gehörten mit ihren bis zu zwanzig Zentimeter langen Eckzähnen neben den Mammuts zu den spektakulärsten eiszeitlichen Großtieren. Sie waren einst auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Australien verbreitet und werden häufig auch als Säbelzahntiger bezeichnet, obwohl sie mit Tigern nicht näher verwandt sind. In Europa starben sie vor etwa 40.000 Jahren und damit lange vor dem Neandertaler aus. Am längsten hielten sich Vertreter dieser Unterfamilie in Nordamerika, wo die jüngsten Funde etwa 10.000 Jahre alt sind.





