von DIRK EIDENMÜLLER
Selten hat eine wissenschaftliche Theorie ihre eigenen Begründer so sehr verärgert wie die Quantenmechanik. Als Theorie des Allerkleinsten beschreibt sie das Verhalten von Molekülen, Atomen und Elementarteilchen. Erwin Schrödinger hatte 1926 die nach ihm benannte Schrödinger-Gleichung aufgestellt, die bis heute als Fundament der Quantenmechanik gilt. Ihre Konsequenzen gefielen ihm allerdings überhaupt nicht: Laut dieser Theorie können sich Quantenobjekte – solange man ihren Zustand nicht mit einer Messung bestimmt – in eigenartigen Überlagerungszuständen befinden, in denen sie zwei unterschiedliche Eigenschaften gleichzeitig einnehmen. Schrödinger illustrierte dieses seltsame Verhalten im Gedankenexperiment mit einer Katze, die zugleich tot und lebendig sein kann (bdw 7/2021, „Streit um die Quantenwelt“).





