Haare sind weit mehr als leblose Körperstrukturen. Wir nutzen sie oft bewusst, um uns zu präsentieren und mitzuteilen. Schon in der Antike waren Frisuren zum Beispiel Ausdruck von sozialem Status und Ansehen. Später nutzten Versklavte ihre Flechtfrisuren, um Fluchtpläne festzuhalten. Während der Frauenbewegung dienten Kurzhaarfrisuren als Mittel des Protests. Heute drücken viele Menschen mit den Haaren ihre Identität und kollektive Zugehörigkeit aus.
Was sind Haare?
Biologisch gesehen handelt es sich bei Haaren um Keratinfäden. Diese Ketten aus Eiweißmolekülen haben keine Nervenverbindungen und können daher keinen Schmerz empfinden. Sie abzuschneiden, ist deshalb kein Problem. Ganz anders die Haarwurzel-Zellen, die die Haare bilden: Hier empfinden wir Schmerz, wenn jemand an den Haaren zieht.
Solche Haarfollikel gibt es am ganzen Körper, die meisten befinden sich auf der Kopfhaut. Denn das dichte Kopfhaar soll unsere Haut vor schädlichen Sonnenstrahlen schützen und durch ihre isolierende Wirkung unser Gehirn vor Überhitzung oder Auskühlung bewahren. Dabei variiert die Haaranzahl auch nach Farbe und Dicke: Menschen mit blondem Haar haben durchschnittlich 150.000 Haare, dafür aber auch sehr dünne. Brünette haben durchschnittlich 110.000 Haare, Schwarzhaarige 100.000 und Rothaarige nur rund 90.000 Haare.
Haarwurzel entscheidet über Aussehen
Die Haarfarbe entsteht in der Haarwurzel. Dort produzieren die Melanozyten Melanin-Pigmente, welche die Haut- und Haarfarbe bestimmen. Mit zunehmendem Alter sind diese Produktionszellen weniger aktiv und die Haare verlieren ihre Pigmente, sie werden grau. Durchschnittlich passiert dies ab dem 30. Lebensjahr, in einigen Fällen auch schon früher. Der Zeitpunkt des Ergrauens ist ebenso wie die Haarfarbe genetisch vorbestimmt, kann aber durch Umweltfaktoren früher eintreten: UV-Strahlung, Rauchen, Stress und Nährstoffmangel beschleunigen den Prozess des Ergrauens.
Ebenfalls vererbt ist die Haarstruktur. Man unterscheidet zwischen glattem, welligem, lockigem und krausem Haar. Wird das Haar in ovalen und schmalen Follikeln gebildet, hat es mehr Quervernetzungen zwischen den Keratin-Fasern und wird dadurch lockig. Je lockiger das Haar, desto trockener ist es oft. Daher sollte die Pflege bei lockigen und krausen Haaren besonders reichhaltig sein. Das geht auch mit natürlichen Inhaltsstoffen.
Warum natürliche Haarpflegeprodukte?
Viele Menschen bevorzugen Haarpflegeprodukte mit pflanzlichen Inhaltsstoffen, weil sie diese als milder, weniger giftig und natürlicher empfinden. Konventionelle Shampoos enthalten tatsächlich oft starke Tenside, die zwar die Haare reinigen, aber auch die natürliche Schutzbarriere der Kopfhaut schwächen. Das kann zu Hauterkrankungen führen. Auch die in Haarpflegeprodukten oft enthaltenen Parabene stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein, weil sie in den Hormonhaushalt eingreifen können.






