Einen neuen Typ von Quellen hochenergetischer kosmischer Gammastrahlung hat das HESS-Teleskop in Namibia entdeckt. HESS (High Energy Stereoscopic System) ist mit seinen vier 13-Meter-Teleskopen das empfindlichste Gerät dieser Art (bild der wissenschaft 1/2007, „Draht zum Gamma-Himmel”). HESS hatte den jungen Sternhaufen Westerlund 2 ins Visier genommen. Er ist in eine gigantische Wolke aus ionisiertem Wasserstoff eingebettet, RCW49 genannt, die rund 26 000 Lichtjahre entfernt liegt. Die Gammaquelle darin, HESS J1023–575, ist eine knapp 100 Lichtjahre große Gaswolke um einen Wolf-Rayet-Stern – einen sehr massereichen Stern am Ende seiner Entwicklung. Von Wolf-Rayet-Sternen „bläst” ein starker Sternwind in das umgebende interstellare Gas und erzeugt dabei Stoßfronten. Die HESS-Forscher um Olaf Reimer von der Stanford University in Kalifornien nehmen an, dass die Gammastrahlen bei diesen Stoßprozessen entstehen. Etwas Ähnliches findet bei Supernova-Überresten statt.





