Kosmischer Schwamm: Jedes gute Modell des Universums muss die großräumige Verteilung der Galaxienhaufen um gewaltige Leerräume erklären. Dazu sind immer präzisere Daten nötig. Und daran arbeiten Astronomen mit Hochdruck, denn diese Daten verraten auch viele Details zur Entwicklung des Alls. Die Abbildung zeigt einen Teil des bislang größten dreidimensionalen Gesamtkatalogs. Er stammt von der DESI-Durchmusterung seit 2021 und wird am Ende, voraussichtlich 2026, 50 Millionen Galaxien verzeichnen. Im Zentrum der keilförmigen Himmelsausschnitte, die bis zu Rotverschiebungen von über 3 ins All reichen, befindet sich die Erde. Der vergrößerte Bereich rechts unten zeigt eine rund 2,5 Milliarden Lichtjahre tiefe Region. Die Farben markieren verschiedene Typen gemessener Galaxien (vom Zentrum): helle, leuchtkräftige rote, mit Emissionslinien im Spektrum und Quasare.n<span class="fotohinweis">© DESI Collaboration, KPNO / NOIRLab / NSF / AURA / R. Proctor</span>
von RÜDIGER VAAS
Die Dunkle Energie ist klarerweise das größte Rätsel im Universum. Denn sie macht hinsichtlich der Energiedichte mehr als zwei Drittel von Allem aus und dominiert dessen Dynamik. Hierbei zielen Formulierungen wie „klarerweise“ und „hinsichtlich“ nicht bloß auf den menschlichen Erkenntnisdrang, sondern passen gut zu dem gespenstischen Geheimnis: Denn die Dunkle Energie ist überall, auch direkt vor unserer Nasenspitze – und doch absolut durchsichtig und unbegreiflich. Sie lässt sich weder erblicken noch erhaschen. Sie kann überhaupt nicht experimentell eingefangen oder dingfest gemacht werden, weil sie keine uns bekannte Materie und Strahlung beeinflusst – außer durch ihren abstoßenden Effekt, mit dem sie den Weltraum seit sechs Milliarden Jahren auseinandertreibt. Ohne sie wäre der Durchmesser des beobachtbaren Universums heute um ein Fünftel kleiner.