Clark und seine Kollegen haben eine Methode entwickelt, mit der sie das Abschmelzen aller Eisschilde, die die Erde damals bedeckten, simulieren können. Sie entwickelten verschiedene Szenarios, bei denen jeweils nur einzelne Eisschilde oder auch Kombinationen von Schilden ganz oder teilweise abschmolzen. Sie fanden heraus, dass ein teilweises Abschmelzen des Antarktiseises die aus Fossilienfunden rekonstruierten Küstenverläufe am besten wiedergibt.
Vor dem teilweisen Kollaps des Antarktiseises war der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre um 50 ppm (Teile pro Million) angestiegen. Zum Vergleich: In den letzten 150 Jahren ist der Kohlendioxidgehalt um 85 ppm angestiegen. Vor 14.000 Jahren war allerdings die Durchschnittstemperatur der Erde niedriger als heute und die Verteilung der damaligen Eisschilde ist ebenfalls nicht mit den heutigen Gegebenheiten vergleichbar.
“Wir können bisher nicht sagen, ob das heutige Wegbrechen von Teilen des antarktischen Eisschelfs in irgendeinem Zusammenhang zu dem Typ von Schmelzereignis steht, das vor 14.200 Jahren stattfand. Wir wissen einfach noch nicht, wie wichtig die vorgelagerten Eisschelfe für die Stabilität der größeren Eisschilde auf dem Kontinent sind”, sagt Clark. Im Gegensatz zu den Eisschilden, die auf Kontinenten liegen, schwimmen Eisschelfe auf dem Meer. Insbesondere von dem der Antarktis vorgelagerten Larson-Eisschelf waren in den letzten Jahren immer wieder größere Stücke abgebrochen.
Ein totales Abschmelzen des Westantarktischen Eisschildes würde den Meeresspiegel um 6 Meter ansteigen lassen. Ein Schmelzen des größeren, aber wesentlich stabileren Ostantarktischen Eisschildes würde einen Meeresspiegelanstieg von 60 Meter verursachen.





