Der Rückzug von Gletschern in Alaska trägt pro Jahr 0,27 Millimeter zum globalen Anstieg des Meeresspiegels bei. Das ist wesentlich mehr als bislang gedacht, berichten Anthony Arendt und Kollegen von der University of Alaska in Fairbanks im Journal Science (Bd. 297, S. 384).
Bisherige Annahmen zur zukünftigen Entwicklung des Meeresspiegels könnten den zu erwartenden Anstieg daher unterschätzen, schreiben die Forscher. Bislang war nicht klar, ob der Meeresspiegel nur deswegen ansteigt, weil sich das Wasser wegen der globalen Erwärmung ausdehnt, oder ob zusätzliches Schmelzwasser von den Polen und Gletschern die Meere anschwellen lässt.
Nach den Erkenntnissen der Forscher um Arendt tragen die riesigen, aber schlecht untersuchten Gletscher Alaskas etwa genauso viel zum Anstieg der Meere bei wie der grönländische Eisschild. Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler, indem sie Laser-Höhenmessungen von 67 Gletschern in Alaska vornahmen. Sie stellten fest, dass die Gletscher im Schnitt pro Jahr um einen halben Meter niedriger wurden. Damit berechneten sie den Schwund von Gletschermasse zwischen Mitte der 50er und Mitte der 90er Jahre.
Demnach zeigen die Eisströme rund um den Golf von Alaska, für den hohe Niederschlagsraten typisch sind, ein ähnliches Verhalten wie Gletscher anderswo auf der Erde: Seit etwa 1988 beschleunigt sich der Rückgang des Eises.
Ute Kehse





