Bei Raumschiff Enterprise funktionieren magnetische Deflektorschilde wunderbar. Doch in der schnöden Wirklichkeit der Physik galt die Idee lange als untauglich. Berechnungen zeigten, dass gewaltige Magnete mit einem immensen Strombedarf nötig wären, um ein Raumschiff wirkungsvoll zu schützen. Stimmt nicht, sagt jetzt ein Team um Ruth Bamford vom Rutherford Appleton Laboratory in Didcot bei Oxford. Selbst ein relativ bescheidener Magnet kann eine 100 Meter große plasmafreie Blase im Sonnenwind erzeugen, wiesen die Forscher durch Modellrechnungen und Experimente nach. Zwischen dem Sonnenwind – für Physiker ist er ein magnetisiertes Plasma – und einem Magnetfeld kommt es zu komplizierten Wechselwirkungen, die elektrische Ströme in einer Grenzschicht erzeugen. Diese elektrischen Felder schirmen den Sonnenwind weit effektiver ab, als es das Magnetfeld allein vermag. Daher können auch kleinere Körper eine schützende Mini- Magnetosphäre mit sich führen. Selbst wenn künftige Astronauten auf ihren Reisen zum Mond oder zum Mars keine Klingonen-Angriffe abwehren müssen – Schutz vor dem natürlichen Strahlenbombardement werden sie auf jeden Fall brauchen, sobald sie die irdische Magnetosphäre verlassen.





