Die prominente Lage des Gebäudes am Ufer des Humboldthafens ist nicht zufällig, sondern wurde von dessen Initiator, dem Berliner Arzt Rudolf Virchow, bewusst so gewählt. Neben Ärzten und Studenten sollte es auch die Öffentlichkeit dazu einladen, anhand von Präparaten einen Blick „unter die Haut“ zu wagen. Den Aufbau des menschlichen Körpers wollte man zeigen, aber auch die Krankheiten, die ihn befallen konnten. Nicht Nervenkitzel war das Ziel dieser Schau, sondern die Hoffnung, die Besucher zum Nachdenken über die eigene Lebensweise anzuregen. In der großen Präparatesammlung mit ihren etwa 750 konservierten Organen ist dieses Anliegen bis heute spürbar.
Virchow hatte seinen Werdegang als Pathologe 1844 an der Charité begonnen. Im Jahr 1848 beteiligte er sich an der Märzrevolution. Nach deren Niederschlagung quittierte das preußische Kultusministerium dies mit Disziplinarmaßnahmen wie einer Gehaltskürzung. Virchow verließ Berlin und ging nach Würzburg. Seinem Wirken war es geschuldet, dass die dortige Medizinische Fakultät die Zahl ihrer Studierenden mehr als verdoppelte, was auch in Berlin nicht unbemerkt blieb. Als man sich 1856 um seine Rückberufung bemühte, machte Virchow die Einrichtung eines seinen Vorstellungen entsprechenden pathologischen Instituts zur Vorbedingung. Trotz Zusagen wurden seine Belange beim Bau nicht ausreichend berücksichtigt, weswegen sich das Institut schnell als zu klein erwies. …
Den vollständigen Text lesen Sie in DAMALS 3/2015.
Carsten Felker





