E = m c² ist die berühmteste Formel der Physik. Wohl jeder hat diese drei Buchstaben schon gesehen, und der graue Strubbelkopf Albert Einsteins ist, dank der griffigen Gleichung, zum Markenzeichen der Physik geworden. Gleichzeitig aber ist die Idee hinter der Formel, die allgemeine Relativitätstheorie, wohl das am wenigsten verstandene Gedankengerüst der Physik. Wenn die Zeit anfängt, relativ zu werden und der Raum sich durch Masse krümmen soll, steigen die meisten Menschen verwundert aus.
Der US-Professor Chad Orzel hat sich daher Großes vorgenommen: die Relativitätstheorie so zu erklären, dass sie sogar ein Hund versteht. Bei diesem Experiment nimmt er nicht nur den Leser bei der Hand, sondern auch seinen Hund bei der Pfote und lotst beide behutsam und geschickt durch die gedanklichen Untiefen der Theorie.
Das große Plus des Buchs: Chad Orzel scheut sich nicht, die Relativitätstheorie ernst zu nehmen und seinen Lesern notwendige Diagramme und mathematische Zusammenhänge zuzumuten. Aber immer dann, wenn es über die Schulmathematik hinausgeht, übersetzt er die Physik im Zwiegespräch mit seinem Hund so klar und anschaulich, dass Raumzeit-Diagramme oder Lorentz-Transformationen ihren Schrecken verlieren. Einen originelleren und verständlicheren Einstieg in die Relativitätstheorie habe ich noch nirgendwo gelesen. Tobias Beck
Chad Orzel EINSTEINS HUND – RELATIVITÄTSTHEORIE (NICHT NUR) FÜR VIERBEINER Springer Spektrum, Berlin 2013, 470 S., € 19,99 ISBN 978–3–642–34758–0





