Forschern der Ecole Normale Superieure in Paris ist es gelungen, flüssiges Helium mit Hilfe von starken Ultraschallimpulsen in ein Kristall umzuwandeln. Abgedruckt ist ihre Arbeit, die wichtige Aufschlüsse über das Verhalten von Flüssigkeiten unter extremen Bedingungen liefert, in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Physical Review Letters.
Die Physiker um Sebastien Balibar setzten flüssiges Helium bei einer Temperatur nahe dem absoluten Nullpunkt einem starken Ultraschallimpuls im Megaherzbereich aus. Der Schallpegel dieses Pulses erreichte Werte von 200 Dezibel. Das ist rund einhunderttausendfach intensiver als ein Düsenflugzeug Dieser Impuls führte zu einer Kristallisation von festen Heliumkristallen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Metern pro Sekunde. Nach Bruchteilen von Sekunden sind sie aber wieder geschmolzen.
Die Forscher hoffen, mit Experimenten dieser Art mehr über das Verhalten von Flüssigkeiten unter extremen Drücken und Temperaturen zu erfahren.
Die Eigenschaften von Flüssigkeiten unter extremen Bedingungen sind für Forscher in den verschiedensten Gebieten von Interesse, von der Astronomie bis hin zur Geologie. Die neue Kristallisationsmethode der französischen Forscher könnte Experimente vereinfachen und so Vorhersagungen in diesem zum größten Teil theoretischen Gebiet überprüfen helfen.
Stefan Maier