Zwei Tage nach dem Absturz der amerikanischen Raumfähre “Columbia” ist die Ursache des Unglücks noch immer nicht sicher geklärt. Während Spekulationen bis hin zu einem Meteoriteneinschlag die Runde machen, erhärtet sich der Verdacht, der Hitzeschutz des Space Shuttle sei bereits beim Start zu der 16-tägigen Mission beschädigt worden.
Am Montag hat die Nasa die Suche nach Wrackteilen des Raumschiffs verstärkt. In einer Militärbasis in Fort Worth hat die Weltraumbehörde eine zweite Sammelstelle für Wrackteile eingerichtet. Das Suchgebiet erstreckt sich nun über die US-Bundesstaaten Louisiana und Texas. Mehrere tausend Trümmer wurden bereits gefunden und registriert. Angebote von vermeintlichen Wrackteilen sind auch in Internetbörse Ebay aufgetaucht. Der Online-Auktionator reagierte prompt und stoppte den makabren Handel mit Erinnerungsstücken.
Die eingesetzte Untersuchungskommission steht nun vor der schwierigen Aufgabe, aus den tausenden von Puzzleteilen den Hergang des Unglücks zu rekonstruieren. Ihr besonderes Augenmerk wird sie auf bereits beim Start entstandene mögliche Schäden an den 20.000 Hitzeschutzkacheln richten. Hochschwindigkeitskameras nahmen Bilder auf, auf denen ein Stück Isolierschaum zu sehen ist, das sich etwa 80 Sekunden nach dem Abheben vom Brennstofftank löste.
Ob das Teil tatsächlich den Hitzeschutz an einer der Tragflächen so beschädigte, dass die Raumfähre der enormen Hitze beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht mehr gewachsen war, werden erst die Untersuchungen in den kommenden Wochen zweifelsfrei belegen. Ein Sprecher der Weltraumbehörde Nasa bezeichnete dies als die wahrscheinlichste Ursache ? wenn es auch unklar sei, wie ein solcher Schaden an den Kacheln zu dem schweren Unglück führen konnte.
Ulrich Dewald





