Reaktive Sauerstoffatome zerstören die Schutzhülle von Raumfahrzeugen und -sonden, berichten Lou Massa und seine Kollegen der City University in New York in der Online-Ausgabe von Nature. Der Sauerstoff greift die Teflonschicht an, die – überzogen mit Silber oder Aluminium – verhindert, dass die Sonne die Raumgefährte zu stark erwärmt.
Mit der Zeit erodiert das Teflon und bekommt Risse, entweder durch die Reaktion mit den reaktiven Sauerstoffatomen oder durch das UV-Licht der Sonne. Die amerikanischen Wissenschaftler berechneten, dass die Energie der reaktiven Sauerstoffatome ausreicht, um chemische Bindungen zwischen Kohlenstoffatomen des Teflons zu zerschneiden und so das Teflon zu zerstören. Sie hoffen, dass es mit ihren Ergebnissen auch gelingt, gezielte Laborversuche zu entwickeln, um die Bedingungen im Weltall nachzustellen. In den Experimenten bisher gelang dies nicht.
Geeignete Experimente sind auch eine Voraussetzung um andere Materialien zu testen, die die Raumgefährte schützen können. Daneben ist es wichtig, die atomaren Mechanismen zu verstehen, die zu den Schäden führen. Das kann helfen, gezielt Oberflächenmaterialien für die Raumsonden zu entwickeln, meint Lou Massa.
Gegen die reaktiven Sauerstoffatome – die Radikale – lässt sich nichts ausrichten. Sie entstehen in Höhe der Raumsonden durch die UV-Strahlung der Sonne. Sauerstoffmoleküle, die aus zwei Atomen bestehen, werden dort in zwei hochreaktive einzelne Atome gespalten.
Barbara Witthuhn