Zwei unterschiedliche Instrumente geben den Forscherteams aus Europa und den USA Einblick in das Geschehen auf der Rückseite der Sonne: Mit dem UV-Spektrometer Satelliten SWAN (Solar Wind Anisotropies Instrument) spürt eine französisch-finnische Gruppe UV-Strahlung auf. Im Juni 1999 berichteten die Forscher von der Entdeckung, dass man mit den UV-Daten Rückschlüsse auf aktive Regionen auf der Rückseite der Sonne ziehen kann. Aktive Regionen senden UV-Strahlung wie ein Leuchtturm in den Raum. Diese Strahlen werden an interstellarem Staub reflektiert und weisen den Forschern so den Weg zu den aktiven Regionen. Seit 1999 wurde die Technik verfeinert und ist nun nützlich zur Vorhersage von verstärkter Sonnenaktivität.
Der Nutzen des MDI-Instruments (Michelson Doppler Imager) zur Vorhersage von Sonnenaktivitäten wurde im März 2000 bekannt. Mit dem Instrument beobachten US-amerikanische Forscher Schallwellen auf der Sonnenoberfläche. So können sie Rückschlüsse über die Sonne ziehen, ähnlich wie Seismologen auf der Erde aus Erdbebenwellen über unseren Planeten. Schallwellen, die an Sonnenflecken (das sind die aktiven Regionen) auf der erdabgewandten Seite reflektiert werden, treffen einige Sekunden früher auf der Vorderseite ein als solche aus sonnenfleckenfreien Regionen, so die Beobachtung der Wissenschaftler.
Obwohl der Satellit SOHO für wissenschaftliche Zwecke gedacht war, hat er sich als unschätzbarer Wächter zur Überwachung und Vorhersage von Sonnenstürmen erwiesen. Die langfristige Vorhersage kommt besonders der bemannten Raumfahrt zugute. Sie ermöglicht die bessere Planung von Raumflügen, auf denen die Astronauten den gefährlichen Teilchenstrahlen aus den Sonnenstürmen ausgesetzt sind.





