Ein Viertel des gesamten Röntgenhimmels wurde in den letzten vier Jahren vermessen – und das quasi nebenbei. Die ersten Daten der neuen Durchmusterung haben Astronomen der Europäischen Raumfahrtagentur ESA jetzt veröffentlicht.
Die Forscher hielten dazu lediglich die Kamera des europäischen Röntgensatelliten XMM-Newton in den letzten vier Jahren offen, während das Teleskop von einem Beobachtungsziel aufs nächste ausgerichtet wurde. Zwar war bei dieser „streifenden Beobachtung” jedes Objekt nur etwa zehn Sekunden lang im Blickfeld, aber das genügte, um die neuen Messungen mit früheren Durchmusterungen zu vergleichen, etwa dem zehn Jahre alten Röntgenatlas des deutschen Satelliten ROSAT. Die Gegenüberstellung zeigte, wie stark sich die Helligkeit bestimmter Sterne und aktiver Galaxien im Lauf der Zeit geändert hat. Das sind wichtige Informationen, um beispielsweise besser zu verstehen, wie häufig und wie viel Materie in supermassereiche Schwarze Löcher fällt, die in den Zentren der Galaxien vorkommen. Außerdem wurden zahlreiche neue ausgedehnte Röntgenquellen entdeckt, die vom heißen, über Millionen Lichtjahre verteilten Gas großer Galaxienhaufen stammen. Bislang waren etwa 80 dieser Quellen bekannt.
Der jetzt veröffentlichte XMM-Newton-Katalog überdeckt 15 Prozent des Himmels und enthält 2700 helle Röntgenquellen und 2000 schwächere. Die Hälfte wurde bereits mit bekannten Sternen, Galaxien, Quasaren und Galaxienhaufen assoziiert. Der Katalog wird kontinuierlich aktualisiert und soll am Ende der Mission mindestens 80 Prozent des Himmels erfassen.





