Dass Schwarze Löcher rotieren, haben Theoretiker bereits seit langem vermutet. Es erscheint plausibel, geht doch ein Schwarzes Loch aus dem Zusammenbruch eines sehr massiven Sternes hervor, der selbst rotiert. Da der Drehimpuls beim Kollaps erhalten bleiben muss, sollte folglich auch das Schwarze Loch selbst rotieren, und zwar mit einer höheren Frequenz als der ursprüngliche Stern, ähnlich einer Eiskunstläuferin bei einer Pirouette. Diese Theorie scheint nun eine erste direkte Bestätigung gefunden zu haben. Allerdings bleibt für die Theoretiker noch viel Arbeit, stimmt doch die Höhe der Röntgenstrahlfrequenz nicht mit bisherigen Vorhersagen überein.
Eine heftig pulsierende Röntgenstrahlquelle im Zentrum unserer Galaxie könnte sich als ein rotierendes Schwarzes Loch erweisen. Dies berichteten Wissenschaftler des Goddard Space Flight Centers auf dem Frühjahrstreffen der amerikanischen physikalischen Gesellschaft. Obwohl von theoretisch schon lange vorhergesagt, wurden rotierende Schwarze Löcher bisher noch niemals beobachtet.
Die Wissenschaftler analysierten Daten zweier sehr heftiger Röntgenstrahlausbrüche im Zentrum unserer Milchstraße der Jahre 1994 und 1996. Nach ihrer Vorstellung geht die Strahlung von einem um ein Schwarzes Loch rotierenden Schuttgürtel aus. Die Frequenz der Impulse ist mit 300 bzw. 450 Hz allerdings zu hoch, um durch die Rotation des Schuttgürtels um ein nichtrotierendes Schwarzes Loch erklärt zu werden. Nur die Annahme, dass das Schwarze Loch selbst rotiert, kann die hohe Frequenz der Strahlung erklären.
Stefan Maier





