Wenn sich unsere Sonne in einigen Milliarden Jahren ihrem Ende nähert, wird sie zum Planetenkiller: Sie bläht sich zum Roten Riesen auf und verschlingt dabei die Planeten des inneren Sonnensystems – wahrscheinlich auch unsere Erde. Indizien für solche verschlungenen Planeten haben Astronomen bereits bei einigen Roten Riesen und Weißen Zwergen entdeckt: In ihren Hüllen fanden sich Planetentrümmer und Anreicherungen schwerer Elemente.

Frühes Ende für Planeten
Doch auch junge Sterne können ihre Planeten verschlingen – beispielsweise wenn Protoplaneten miteinander kollidieren und aus ihrer Bahn geraten oder wenn sich ein junger Planet in einer instabilen Umlaufbahn oder zu nah an seinem Stern bildet. Bisher war allerdings unklar, wie oft Planeten ein solches frühes Ende finden. Denn chemische Indizien wie ein erhöhter Lithiumgehalt sind meist nur schwer von der normalen Variationsbreite zu unterscheiden.
„Aber es gibt eine wenig erforschte Kombination von Sternenmasse und Alter, bei der eine starke und eindeutige Lithiumsignatur das Verschlingen eines Planeten verraten kann: junge Rote Zwerge“, erklären Robin Jeffries von der Keele University in England und seine Kollegen. Rote Zwerge sind kleiner und kühler als unsere Sonne, aber in ihrem Inneren sehr heiß. „Dadurch wird alles Lithium in ihrem Inneren schon kurz nach ihrer Bildung zerstört“, sagt Jeffries. Wenn man auf der Oberfläche dieser Zwergsterne dennoch Lithium nachweist, muss es daher von außen dorthin gelangt sein – beispielsweise durch verschlungenes Planetenmaterial.
Am besten erkennen lässt sich ein solcher Lithiumüberschuss, wenn die jungen Roten Zwerge Teil eines Sternhaufens sind – eines Clusters aus gleichaltrigen Sternen, die gemeinsam in einer Wolke entstanden sind. „Solche Sternhaufen liefern uns eine ganze Population von stellaren Geschwistern als Vergleichsgruppe“, schreiben die Astronomen.






