Die „Little Red Dots“ (LRD) waren schon in den ersten Aufnahmen des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) zu sehen. Diese kompakten, im Infrarot hell leuchtenden Objekte existierten schon 500 bis 700 Millionen Jahre nach dem Urknall, passen aber in ihren Merkmalen zu keinem bekannten kosmischen Phänomen: Für eine frühe Galaxie sind die Red Dots zu kompakt und hell, für ein aktives supermassereiches Schwarzes Loch fehlt die typische Röntgenstrahlung.

Sind die Roten Punkte „Black Hole Stars“?
“Die Little Red Dots sind im Röntgenbereich nicht detektierbar, selbst in gestapelten Aufnahmen bleiben sie schwach“, erklären Raphael Hviding vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg und seine Kollegen. „Gleichzeitig fehlen ihnen die starken Spektralsignaturen im mittleren Infrarot, die wir von einem heißen Staubtorus erwarten würden.“ Daher passen die Objekte auch nicht zu einem staubverhüllten aktiven Schwarzen Loch.
Was aber sind diese Rätselobjekte dann? „Einer neuen Theorie zufolge sind die Little Red Dots aktive Galaxienkerne, die nicht in Staub, sondern in dichtem, optisch undurchlässigem Gas eingebettet sind“, erklären Hviding und sein Team. Damit besitzen diese heranwachsenden Schwarzen Löcher eine Gashülle ähnlich einem Stern und werden daher auch als „Black Hole Stars“ bezeichnet. Doch wenn diese Theorie stimmt, dann müsste es Übergangsformen zwischen diesen frühen Objekten und den späteren supermassereichen Schwarzen Löchern geben, die ihre Gashülle aufgezehrt haben.






