Anzeichen einer neuen Physik jenseits des Standardmodells der Elementarteilchen meint eine internationale Forschergruppe aus den USA, Rußland, Japan und Deutschland gefunden zu haben: Am Brookhaven National Laboratory bei Upton, New York, werden seit 1997 Daten der g-2-Werte von Elektronen und ihren schwereren Geschwistern, den Myonen, gemessen. Sie beschreiben Effekte der starken, schwachen und elektromagnetischen Wechselwirkung auf den Teilchen-Spin, eine Art Drehimpuls. Der Myon-g-2-Wert ist höher als vom Standardmodell vorausgesagt. Dieses beschreibt seit rund 30 Jahren den Aufbau der Materie extrem erfolgreich, kann aber nicht das letzte Wort der Teilchenphysik sein, da es zu viele Partikel enthält und manches unerklärt läßt. Möglicherweise zeigen sich bei der g-2-Meßabweichung Auswirkungen der sogenannten Supersymmetrie. Diese hypothetische Theorie beschreibt die genannten drei Naturkräfte auf vereinheitlichte Weise. Weitere Untersuchungen müssen noch absichern, daß die relativ ungenauen Meßabweichungen nicht auf statistischem Zufall beruhen.
Hans Groth /





