Einen riesigen Magma-See haben italienische und französische Forscher unter dem Vesuv entdeckt. Das vierhundert Quadratkilometer große Reservoir geschmolzenen Gesteins liegt in rund acht Kilometern Tiefe und reicht bis unter die Stadt Neapel, schreiben die Vulkanologen im Wissenschaftsmagazin “Science”.
Die Forscher um Paolo Gasparini von der Frederic-Universität in Neapel waren dem Magma-See über seismische Untersuchungen auf die Spur gekommen. Durch kleine Explosionen erzeugten sie unterirdische Schallwellen und erfassten mit weit im Umland verteilten Messstationen Richtung und Stärke der vom Gestein und dem Magma reflektierten Wellen. So konnten sie auf die Lage des glühendheißen Beckens schließen.
Eine sichere Möglichkeit, den nächsten Ausbruch des Vesuvs vorherzusagen, biete die Entdeckung des Magma-Reservoirs jedoch nicht, räumen die Forscher ein. Doch sei nun der aktive Bereich genauer bekannt, der für eine Vorhersage besonders im Auge behalten werden müsse. Kleine Beben beispielsweise könnten eine Eruption ankündigen.
Seit dem letzten großen Ausbruch im Jahr 1944 ist der Vesuv zwar ruhig. Doch rechnen Vulkanologen damit, dass der Vulkan eines Tages wieder ausbrechen könnte. Berühmt ist der Berg vor allem für die verheerende Eruption, die im Jahr 79 die Stadt Pompeij in Schutt und Asche legte.
Ulrich Dewald