Eine gewaltige Staubwolke aus dem Gebiet der Mongolei hat sich bis in die westliche USA ausgebreitet und löst dort Angst und Besorgnis aus. Der weiße Staubschleier beeinträchtigt nicht nur die Sichtverhältnisse, er kann auch zu Atemproblemen führen. In einigen Gebieten hat sich die Luftbelastung zeitweise vervierfacht.
Der riesige Staubschleier überzieht bereits ein Viertel des US-amerikanischen Festlandes. Stellenweise, so berichtet Rene Servranckx vom Canadian Meteorological Center in Montreal, erstreckt sich die Wolke über eine Länge von etwa 2.000 Kilometer. Der Meteorologe verfolgt die Wanderung und Ausbreitung der Wolke mittels Satelliten. So konnte er rekonstruieren, dass die Wolke auf einen Sandsturm im Bereich der westchinesischen Wüste Taklimakan und der ostmongolischen Gobi zu Beginn des Aprils zurückgeht.
Die Staubwirbel wurden durch kräftige Winde hoch in die Atmosphäre getragen und nahmen bei ihrer Wanderung über China zusätzlich Industrieabgase auf, zogen dann über Japan und Russland bis zum Golf von Alaska, von wo aus sie sich entlang der Küste bis in die USA ausbreiteten.
Die Ausbreitung industrieller, von China verursachter Luftverschmutzung in den USA wird seit 1998 beobachtet. Russ Schnell von der National Oceanic and Atmospheric Administration ( NOAA) in Boulder/Colorado sieht in der jetzigen Situation auch eine Chance. Endlich, so der Wissenschaftler, realisieren die Leute das, was Forscher bereits seit Jahren anmahnen: Die Luftverschmutzung Asiens reicht bis über die Ozeane und macht auch vor den USA nicht Halt.
Dabei ist die Verdriftung von Industrieabgasen kein neues Phänomen. So hat beispielsweise saurer Regen, der durch Luftverschmutzung in den USA entstand, in den Fischbeständen kanadischer Flüsse Tausende von Kilometern entfernt viel Unheil angerichtet.
Olaf Elicki





