In weiteren Studien wollen Mangerud und seine norwegischen und russischen Kollegen erforschen, ob und wie diese damalige Umleitung der Flüsse die Umwelt beeinflusste. Umweltschützer und Wissenschaftler befürchten extreme Auswirkungen auf das Nordpolarmeer und das gesamte Weltklima, falls die Pläne für eine künstliche Umleitung in die Tat umgesetzt werden.
Der Plan, die sibirischen Flüsse auf ihrem Weg nach Norden umzuleiten und damit die trockenen südlichen Steppen mit Wasser zu versorgen, beschäftigt russische Experten seit Jahren. Nun haben norwegische Geologen herausgefunden, dass die Natur genau dieses Experiment vor etwa 90.000 Jahren schon einmal durchgeführt hat. Das berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Quaternary Science.
Jahrelange Feldforschungen von Jan Mangerud von der Universität Bergen in Norwegen und seinen Kollegen beweisen, dass während der frühen letzten Eiszeit riesige Gletscher die Flussverläufe der Region drastisch änderten: Als die von Norden kommenden Eismassen Sibirien erreichten, blockierten sie den Weg der Flüsse ins Eismeer ? darunter den Jennisej und den Ob.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





