Dieses Animation zeigt, wie Licht aus einer fernen Galaxie durch gravitative Effekte einer Vordergrundgalaxie gekrümmt wird . Herkunftsnachweis: ALMA (NRAO/ESO/NAOJ)/Luis Calçada (ESO)
Die aktuelle Aufnahme ist ALMA zu verdanken, dem größten Radioteleskop der Welt. Ende 2014 richtete es seinen Blick auf die ferne Galaxie mit der Bezeichnung SDP.81. Ihr Licht unterliegt dem sogenannten Gravitationslinseneffekt: Eine große Galaxie, die sich zwischen SDP.81 und ALMA befindet, wirkt wie eine Linse. Sie krümmt durch ihre Schwerkraft das Licht der weiter entfernten Galaxie und erzeugt ein nahezu perfektes Beispiel eines Einsteinrings. Der legendäre Wissenschaftler hat im Rahmen seiner Allgemeinen Relativitätstheorie solche Verzerreffekte von Gravitationslinsen vorhergesagt. Ein Einsteinring ist dabei eine spezielle Version, bei der die Erde, die Vordergrundgalaxie und die Hintergrundgalaxie perfekt in einer Linie liegen. Dies führt zu einer harmonischen Krümmung des Lichts, was die Hintergrundgalaxie in der Form eines Rings abbildet.
Entzerrter Einsteinring
Gleich mehrere Gruppen von Wissenschaftlern haben unabhängig voneinander die ALMA-Daten von SDP.81 ausgewertet. Durch Modelle waren sie in der Lage, die Verzerrungen herauszukorrigieren, die durch die vergrößernde Gravitationslinse entstanden sind. Die Ergebnisse geben nun noch nie dagewesene Informationen über die Galaxie preis und enthüllen Details über Struktur, Inhalt, Bewegung und andere physikalische Eigenschaften. Staubhaltige Wolken kamen zum Vorschein, von denen man annimmt, dass sie gigantische Lagerstätten kalten molekularen Gases sind, die Geburtsstätten von Sternen und Planeten repräsentieren.





