Regional erzeugte Produkte stärken nicht nur die Bauern in der Umgebung, meistens ist auch ihre Ökobilanz deutlich besser. Denn statt per Schiff, Zug oder LKW durch die halbe Welt transportiert zu werden und dabei Treibhausgase zu erzeugen, sind die Wege zum regionalen Erzeuger kurz. Allerdings: Gerade bei Ballungsräumen müssten enorme viele Menschen durch das Umland ernährt werden. Es stellt sich daher die Frage, ob dies rein flächenmäßig überhaupt machbar wäre.
Knapp 2.400 Quadratmeter pro Kopf
Am Beispiel Berlins haben dies nun Susanna Hönle und ihre Kollegen von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg näher untersucht. Für ihre Studie ermittelten sie zunächst, woher die momentan von den Berlinern verzehrten Lebensmittel kommen und welcher Flächenbedarf für die Produktion dieser Erzeugnisse nötig ist. Dafür nutzten sie Daten aus der letzten Nationalen Verzehrstudie.
Das Ergebnis: Um jede Berlinerin und jeden Berliner mit Nahrung zu versorgen, werden pro Kopf 2.347 Quadratmeter Fläche benötigt. “Damit überschreitet der Flächen-Fußabdruck für Berlin die natürliche Grenze von 2.000 Quadratmetern, die als global fair und verträglich gelten”, sagt Hönle. “Angesichts knapper werdender Ressourcen stellt das unsere aktuellen Konsummuster in Frage.”
Hinzu kommt: Diese Produktionsflächen liegen bisher zwar zu rund 72 Prozent in Deutschland, 21 Prozent der für die Berliner Versorgung nötigen Flächen liegen jedoch in Nicht-EU-Ländern, sieben Prozent in der EU. Insgesamt werden für die Lebensmittel-Importe nach Deutschland mehr Flächen in Anspruch genommen, als durch deutsche Exporte ausgeglichen werden, erklären die Forscher.
Fläche gäbe es in Brandenburg genug
Die Frage ist nun: Lässt sich dies ändern? Könnte Berlins Versorgung regionaler werden? Um das herauszufinden, untersuchten die Forscher, ob das an Berlin angrenzende Brandenburg ausreichend landwirtschaftliche Flächen zur Verfügung hätte, mit denen eine weitgehende regionale Selbstversorgung möglich wäre.
Das Ergebnis: Grundsätzlich wären ausreichend Flächen vorhanden: “Die Kapazität des Umlands – und damit Brandenburgs – um Berlin zu versorgen, liegt bei 76 Prozent des Bedarfs”, so die Forscher. Bisher werden diese Flächen allerdings weniger für Nahrungsmittel genutzt, sondern es werden einseitig Kulturen wie Mais, Raps und Weizen angebaut. Diese jedoch dienen primär der Energiegewinnung und als Futtermittel. Andere Kulturarten, vor allem Obst, Nüsse, Gemüse und Hülsenfrüchte, werden dagegen zu selten angebaut.





