Einer Studie amerikanischer Klimaforscher zufolge führt eine einseitige Reduzierung der Stickoxide in der Atmosphäre zu einer Verschlimmerung des Treibhauseffektes. Die Forscher haben ein Modell entwickelt, dass die chemischen Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Gasen in der Atmosphäre berücksichtigt. Sie stellen ihr Ergebnis in der Fachzeitschrift “Geophysical Research Letters” vor.
Stickoxide sind in den Abgasen der Industrie und von Autos enthalten. Sie entstehen aber auch bei natürlichen Prozessen wie beispielsweise Gewittern. Stickoxide haben für sich alleine keinen großen Einfluss auf das Klima. Erst durch chemische Reaktionen mit anderen Gasen in der Atmosphäre beeinflussen sie den Strahlungshaushalt.
Michael Prather von der University of California in Irvine und seine Kollegen konnten mit ihrem Modell bestätigen, dass die Stickoxide in der unteren Atmosphäre zunächst die Produktion von Ozon ankurbeln und dadurch eine Temperaturerhöhung verursachen. Langfristig ? nach etwa einem Jahrzehnt ? sorgen sie jedoch für eine Reduzierung des Ozons und darüber hinaus für eine Reduzierung von Methan, das ebenfalls ein Treibhausgas ist. Im Nettoeffekt bewirken die Stickoxide den Forschern zufolge eine Temperaturabnahme des Erdklimas.
Anders sieht die Rechnung allerdings aus, wenn man gleichzeitig den Effekt von Kohlenmonoxid mit einbezieht, das in der Regel bei den gleichen Prozessen wie die Stickoxide erzeugt wird. Die kombinierte Wirkung der Stickoxide und des Kohlenmonoxids führt langfristig zu einer Klimaerwärmung. Die Forscher plädieren dafür, bei Umweltschutzmaßnahmen immer das “Gesamtcocktail” der Gase im Auge zu behalten.
Axel Tillemans





