Da wir nur eine eingeschränkte Vorstellung von drei Dimensionen haben und den Weltraum auch nicht „von außen” betrachten können, lässt sich ein ringförmiges Universum nur sehr unvollkommen veranschaulichen – obwohl es vielleicht die Welt ist, in der wir leben. Ein solcher euklidischer 3-Torus oder Hypertorus ist gleichwohl der einfachste der „mehrfach zusammenhängenden flachen Räume”. Eine Verständnishilfe bietet der um eine Dimension reduzierte euklidische 2-Torus. Diese zweidimensionale Ringwelt besteht aus einem Quadrat, dessen gegenüberliegende Seiten miteinander „identifiziert” sind (1). Das heißt: Alles, was über einen Seitenrand hinausläuft, kehrt von der gegenüberliegenden Seite ins Quadrat zurück (roter und weißer Pfeil). Eine solche topologisch verbundene Fläche passt nicht in unseren Alltagsraum, kann aber durch Verbiegen und Verkleben veranschaulicht werden: Man rollt die Fläche so zusammen, dass sich ihre obere und untere Kante berühren (2) und biegt dann den Zylinder zu einem Ring (3). Diese Ringwelt ist endlich, aber unbegrenzt. Ein Beobachter in der roten Galaxie könnte nirgends einen Rand erkennen. Allerdings würde ihn das Licht von der grünen Galaxie auf vielen verschiedenen Wegen erreichen (3, 4: farbige Pfeile). Wenn der Ring klein genug ist, könnte ein Astronom dort im Prinzip die grüne Galaxie wie in einem Spiegelkabinett mehrfach sehen – und ebenso seine eigene.





