Ein physikalischer Effekt, den viele Forscher für vernachlässigbar hielten, ist offenbar daran schuld, dass Theoretiker und Praktiker sich nicht über die Zerfallsrate von interstellaren Wasserstoff-Ionen einig werden konnten. Das berichten Physiker der Universität von Colorado in Boulder im Fachmagazin Nature.
Positive, dreiatomare Wasserstoff-Ionen gehören zu den weitverbreitetsten Stoffen im interstellaren Raum. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Sternen und bei der Bildung von organischen Molekülen im Weltall. Bisher war es mit theoretischen Rechnungen nicht gelungen, die experimentell beobachtete Zerfallsrate dieser Moleküle nachzuvollziehen.
Viatcheslav Kokoouline und seine Kollegen konnten mit ihren Rechnungen jetzt zeigen, dass der so genannte Jahn-Teller-Effekt einen viel größeren Einfluss auf die Zerfallsrate hat, als bisher angenommen. Die beiden Physiker Jahn und Teller hatten bereits im Jahr 1937 eine quantenmechanische Gleichung aufgestellt, die beschreibt wie einfallende Elektronen die Symmetrien in einem Molekül verändern. Unter Berücksichtigung dieses Effektes konnten die Forscher eine Zerfallsrate berechnen, die an den experimentell gemessenen Wert heranreicht.
Axel Tillemans





