Ein seltsames kosmisches Phänomen, auf das Amateurastronomen gestoßen waren, ist nun geklärt. 2007 hatten sie beim Projekt „ Galaxy Zoo” grünlich schimmernde Gebilde entdeckt. Im Rahmen dieses Internet-Projekts klassifizierten über 250 000 Freiwillige 150 Millionen Galaxien nach ihrem Aussehen (bdw 9/2010, „Die Macht der Sterngucker”). Wie sich herausstellte, haben einige davon eine ungewöhnliche Farbe und Form, sodass sie nicht in die übliche Galaxien-Klassifikation passen: Sie sind kompakt und massearm, das heißt viel kleiner als die Milchstraße. Und sie leuchten nicht bläulich oder rötlich wie andere Gebilde ähnlicher Größe. Nach und nach wurden über 200 solcher „grünen Erbsen” aufgespürt. Nun gab Ricardo Amorin vom Institut für Astrophysik im spanischen Granada auf einer Astronomie-Konferenz in Jena bekannt, dass es sich bei den 1,5 bis 5 Milliarden fernen Sterneninseln um Galaxien handelt, die eine kurze Epoche heftiger Sternentstehung durchlaufen, und dass sie arm an schwereren Elementen als Helium sind. Das Gas ist anscheinend größtenteils aus den Galaxien herausgeströmt. Die Ursache war wohl die gravitative Anziehung von Nachbargalaxien und der Explosionsdruck von Supernovae. „Die Grünen Erbsen haben ein neues Fenster zur Erforschung der Galaxienentwicklung und Sternentstehung im frühen Universum aufgestoßen”, sagt Amorin.





