Der Menschheitstraum vom Flug zu den Sternen könnte durchaus Realität werden. Bereits 1978 haben Wissenschaftler und Ingenieure der British Interplanetary Society nach mehrjähriger Arbeit eine Studie zum Bau einer interstellaren Raumsonde publiziert. Für Daedalus, so die Vorgabe, sollte nur Technologie berücksichtigt werden, die bereits in den 1970er-Jahren existierte oder zumindest in „naher Zukunft” zur Verfügung stehen würde. Eine weitere Bedingung: Spätestens 50 Jahre nach dem Start sollte der Zielstern erreicht sein.
Ergebnis der Überlegungen war ein zweistufiges Raumschiff von den Ausmaßen eines Flugzeugträgers. Der Koloss hätte eine Startmasse von 54 000 Tonnen – mehr als das Hundertfache der Internationalen Raumstation. Daedalus‘ Antrieb sollte auf Kernfusion basieren. Nach den Berechnungen der Forscher ist damit eine Höchstgeschwindigkeit von zwölf Prozent der Lichtgeschwindigkeit möglich. Als Ziel war Barnards Pfeilstern vorgesehen, der manchen Astronomen zufolge mehrere Planeten beherbergen sollte. Das ist nach heutigem Kenntnisstand allerdings nicht der Fall. Im Aktionsradius von Raumschiffen des Daedalus-Typs wurden aussichtsreiche Exoplaneten-Kandidaten entdeckt. Auch deshalb werden in jüngster Zeit die damaligen Studien wieder aufgegriffen – unter dem Namen „Icarus” sollen sie auf den aktuellen Stand gebracht werden. Bis die interstellare Raumfahrt Wirklichkeit wird, dürften aber eher Jahrhunderte als Jahrzehnte vergehen.





