Die erzeugten Protozellen ahmen eine membranartige Schicht nach, die (als Zellmembran) bei allen Lebewesen zu finden ist. Diese membranartige Schicht war wahrscheinlich sehr bedeutend für den Schutz sich selbst replizierender Moleküle, was letztlich zu den ersten Lebensformen führte. Jason Dworkin vom “Search for Extra-Terrestrial Intelligence Institute” ( SETI) hält es für denkbar, dass erst nach diesem Entwicklungsschritt solche Moleküle durch Meteoriten oder interplanetaren Staub als Lebensspender auf die noch junge Erde gelangten. Stimmt dies, so kann überall im Universum Leben existieren.
Für ihr Experiment verwendeten die Wissenschaftler einfache, weit verbreitete Substanzen: Wasser, Methanol, Ammoniak und Kohlenmonoxid (jeweils in Eisform). Dieses Gemisch wurde in einem Vakuum ultravioletter Strahlung ausgesetzt. Spontan bildeten sich bläschenartige Strukturen, die eine membranähnliche Begrenzung mit einer Innen- und einer Außenschicht aufwiesen. Die Strukturen selbst lebten jedoch nicht.
Bis heute weiß die Wissenschaft nicht genau, wie das Leben entstand, doch viele Forscher sind sich sicher, dass Membranen dabei eine wichtige Rolle spielten. Sie werden von Lebensformen, wie wir sie kennen, benötigt, um die lebenswichtigen chemischen Prozesse von der Außenwelt abzuschotten und damit eine Art kleines, autonomes Laboratorium zu erschaffen, so Dworkin.
Die neuen Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass fertige Planeten für die Entstehung des Lebens nicht unbedingt nötig waren. Möglicherweise gab es bereits lange vor den ersten Planeten schon Leben im Weltraum. Wo immer sich eine günstige Umgebung bietet, kann diese vom Leben geradezu infiziert werden. Die Wissenschaftler wollen die Erforschung der merkwürdigen Membranen fortsetzen. Jetzt gilt es festzustellen, ob diese sich auch wie biologische Membranen (z.B. hinsichtlich einer kontrollierten Durchlässigkeit) verhalten.(Proceedings of the National Academy of Sciences 2001, 98, S. 820-822)
Olaf Elicki





