Auch während der totalen Phase ist der Mond noch zu sehen. Meist leuchtet er rötlich oder orangefarben, wenn er durch den Kernschatten der Erde zieht. Das liegt daran, dass auch im Kernschatten noch Streulicht aus der Erdatmosphäre auf den Mond fällt. Es handelt sich sozusagen um das Licht der untergehenden Sonne am Rand der Erdkugel ? daher auch die rötliche Färbung. Die nördlichen Regionen des Mondes werden am Mittwochabend vermutlich etwas heller erscheinen als der Süden, da dieser tiefer im Schatten liegt. Wahrscheinlich wird sich das Aussehen des Mondes während der totalen Phase mehrfach stark verändern, prognostiziert die amerikanische Raumfahrtagentur Nasa .
Eine Mondfinsternis kann sich nur bei Vollmond ereignen, wenn Sonne, Erde und Mond genau in einer Line stehen. Das ist zwei- bis dreimal pro Jahr der Fall. Meist streift der Mond dabei den Kernschatten der Erde nur, aber heute wandert er mitten hindurch. Die Mondfinsternis ist auf der gesamten Nachtseite der Erde zu sehen, von Australien bis nach Südamerika. Lediglich Nordamerika und Nordost-Asien haben keinen Blick auf den verfärbten Trabanten. Die totale Phase dauert nur selten länger als hundert Minuten ? so wie dieses Mal. Im 20. Jahrhundert gab es fünf derart lange Eklipsen, im 21. Jahrhundert ereignen sich insgesamt sieben.
Während der Finsternis befindet sich der Mond gerade im Sternbild Schlangenträger, durch dessen westlichen Bereich sich das Band der Milchstraße zieht. Bei Vollmond ist die Galaxis normalerweise nicht zu sehen. Doch während der totalen Verfinsterung könnte sie in dunklen Gegenden prächtig neben dem roten Mond aufleuchten.





