Corot-Exo-1b ist damit ein typischer Vertreter der etwas mehr als zweihundert bislang bekannten Exoplaneten. Dennoch sind die Esa-Forscher von den Daten des Ende Dezember 2006 in die Umlaufbahn gebrachten Weltraumteleskops begeistert. “Wir präsentieren heute zwar noch Rohdaten, aber die sind außergewöhnlich”, sagt Fridlund. Er und seine Kollegen gehen nach der Sichtung der ersten Daten davon aus, dass Corot Gesteinsplaneten von der Größe der Erde aufspüren und selbst die chemische Zusammensetzung ihrer Atmosphäre bestimmen kann.
Corot, eine Gemeinschaftsmission der Esa und der französischen Raumfahrtagentur CNES, identifziert Planeten anhand ihres Schattenwurfes: Zieht ein Planet an seiner Sonne vorüber, vermindert sich die Leuchtkraft des Sterns um einen winzigen Bruchteil. Da der Satellit verdächtige Objekte über Monate im Visier behält, sind die Messungen äußerst genau. So lassen sich selbst kleine Exoplaneten aufspüren. Ursprünglich war das Projektteam davon ausgegangen, dass ein Planet etwa dreimal so groß wie die Erde sein muss, um von Corot entdeckt zu werden. Inzwischen halten die Forscher es sogar für möglich, ferne Zwillinge der Erde aufzuspüren. Unter bestimmten Umständen sei es sogar denkbar, von den Exoplaneten reflektiertes Sternenlicht aufzufangen. Das würde Aufschlüsse über die Zusammensetzung der Atmosphäre liefern.
Auch die zweite Aufgabe von Corot, die Schwingungen fremder Sterne aufzufangen und so einen Einblick in ihr Inneres zu gewähren, bewältigt das Teleskop mit Bravour. Bei einem sonnenähnlichen Stern, den das Teleskop fünfzig Tage lang kontinuierlich beobachtete, entdeckte Corot starke Helligkeitsschwankungen in einem Rhythmus von mehreren Tagen. Die Messungen seien außergewöhnlich genau, berichtet die Esa. “Bislang steht die Mission unter einem guten Stern”, sagt Fridlund, “nach einem perfekten Start und einem vorzeitigen Beginn der wissenschaftlichen Messungen haben wir sehnsüchtig auf die ersten Daten gewartet. Nun, da wir ihre Qualität kennen, können wir in der Zukunft noch großartige Entdeckungen erwarten.”





