Entgegen bisherigen Vermutungen wird der Planet HD 166435 im Sternbild Herkules nicht von einem Planeten umkreist. Die für Planeten charakteristischen Schwankungen seines Spektrums seien vielmehr auf einen großen Sonnenfleck auf der Oberfläche des Sterns zurückzuführen. Zu diesem Schluss kommt eine in dem Fachblatt Astronomy and Astrophysics veröffentlichte Studie.
Das Astronomenteam um den Wissenschaftler Didier Queloz von der Sternwarte in Genf untersuchte das Spektrum des 80 Lichtjahre entfernten Sternes HD 166435. Dabei stellten die Forscher periodische Verschiebungen des Frequenzspektrums zu jeweils blauen sowie roten Wellenlängen fest. Derartige Dopplerverschiebungen sind charakteristisch für eine Zitterbewegung des Sterns. Nach der gängigen Meinung sind diese Zitterbewegungen Ausdruck für das Vorhandensein eines Planeten.
Genauere Untersuchungen ergaben jedoch, dass auch die Helligkeit des Sterns über Monate hinweg mit der Frequenz der Zitterbewegung oszillierte. Dies ließ sich mit der Planetenhypothese nicht erklären.
Eine neue Analyse des Spektrums ergab nun Hinweise auf das Vorhandensein großer, stabiler Sonnenflecken auf dem Stern. Da diese Flecken kälter sind als die übrige Sternoberfläche, erzeugt die Rotation des Sterns die für Zitterbewegungen typischen Frequenzverschiebungen. Auch die Helligkeitsschwankungen lassen sich mit den Sonnenflecken erklären. Demnach wäre der Stern also nicht von einem Planeten umgeben.
Die ungewöhnliche Stabilität des Sonnenfleckes führen die Astronomen auf starke Magnetfelder auf der Sternoberfläche zurück. Herkömmliche Sonnenflecken sind gewöhnlich viel stärkeren Schwankungen unterworfen. Die mehr als 70 vermuteten extrasolaren Planeten im All seien daher mit großer Wahrscheinlichkeit wirkliche Planeten und der Stern HD 166435 somit eine interessante Ausnahme.
Stefan Maier





