Durch einen Spalt, der schmaler ist als die Wellenlänge des Lichts, kann nur ein winziger Bruchteil des Lichts passieren. Doch Physikern der Louis-Pasteur-Universität in Straßburg ist es gelungen, Licht in Oberflächenwellen ? so genannte Plasmonen ? zu transformieren und als solche durch den Spalt zu schleusen, wie das Institute of Physics berichtet.
Henry Lezec und seine Kollegen, die ihre Ergebnisse in einer Vorabveröffentlichung des Fachmagazins
Science (Sciencexpress, 20.06.2002) präsentierten, brannten mit einem Ionenstrahl Rillen um einen Spalt in einen dünnen Silberfilm. Diese Rillen begünstigten die Transformation des Lichts in Plasmonen auf dem Silberfilm. Diese Plasmonen durchdrangen den Spalt und wurden durch weitere Rillen am anderen Ende des Spaltes in Licht zurückverwandelt. Auf diese Weise konnten die Physiker die durchdringende Lichtmenge um den Faktor zehn erhöhen. Außerdem wurde das Licht kaum gebeugt, sondern als relativ scharfer Strahl fokussiert.
Dabei hing die Wellenlänge des “durchgequetschten” Lichts von den Abständen der um den Spalt aufgebrannten Rillen ab. Zusätzlich fanden die Forscher heraus, dass die Symmetrie des Rillenmusters am hinteren Ende des Spaltes die Richtung des wiederaustretenden Lichtstrahles beeinflusst.
Mit Hilfe dieser Technik ? so glauben die Forscher ? könnte die weitere Miniaturisierung von Computerchips vorangetrieben werden. Bei der so genannten Photolithografie werden die elektronischen Schaltkreise auf optischem Wege auf die Platinen gebrannt. Einer weiteren Miniaturisierung schien bisher die Wellenlänge des Lichts im Wege zu stehen.
Axel Tillemans