
Foto: Thomas Bührke
Am 21. August 2017 wird sich um die Mittagszeit der Himmel über den USA von Oregon bis South Carolina verfinstern. Aus Anlass dieses kosmischen Spektakels hat sich bild der wissenschaft einen Platz im Kernschatten gesucht, um zusammen mit Lesern die SoFi 2017 zu bestaunen. Am 7. August sind die Leser zunächst nach Panama-Stadt aufgebrochen. Ein erster Stopp: der Panama-Kanal. Unser Autor Thomas Bührke ist dabei und berichtet.
Die “Pti Huang He” stampft dicht vor uns durch das Wasser, nur 50 Zentimeter trennen beide Bordwände von der Kanalmauer. Der Tanker ist stolze 183 Meter lang, aber unser Ausflugsschiff passt locker mit dem Riesen zusammen in dieselbe Schleuse – und zwei Segelboote gesellen sich noch hinzu. Wir befinden uns auf dem Panamakanal, einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Für viele Teilnehmer der diesjährigen bild der wissenschaft-Leserreise ist diese Fahrt ein erstes Highlight auf einer an weiteren Attraktionen reichen Tour. Der ultimative Höhepunkt wird die Totale Sonnenfinsternis am 21. August sein, die wir auf einer Ranch in Nebraska beobachten wollen.
Doch zunächst Panama – dem Sehnsuchtsort für den kleinen Tiger und seinen Freund, den kleinen Bären, in Janoschs berühmtem Kinderbuch. Panama verfügt über eine Hauptstadt, deren Skyline in jüngster Vergangenheit rasant gewachsen ist, über abgeschiedene Urwälder und eben – den Kanal. Als die Amerikaner die Schiffstraverse am 31. Dezember 1999 nach mehr als 80 Jahren vollständig an den Staat Panama übergaben, befürchteten viele ein Chaos auf diesem unverzichtbaren Schiffsweg. Doch die Panamaer meistern die Aufgabe ohne Probleme.
Kein Durchfahrt ohne Gebühr
Täglich wechseln hier etwa 40 Schiffe zwischen Atlantik und Pazifik und ersparen sich so den langen und gefährlichen Umweg um Kap Hoorn, die sturmumtoste Südspitze Südamerikas. Umsonst gibt es diese Abkürzung natürlich nicht. Die “Pti Huang He” dürfte für die 82 Kilometer lange Passage wohl an die 300.000 Dollar zahlen, selbst unsere bescheidene “Pacific Queen” mit ihren 125 Passagieren ist noch mit 4000 Dollar dabei. Die billigste Passage hatte der exzentrische amerikanische Abenteurer und Reiseschriftsteller Richard Halliburton zu zahlen, als er 1926 als erster und auch letzter Mensch den Kanal durchschwamm. Die Passage kostete ihn 36 Cent.

Foto: Thomas Bührke






