Einen Eisbrocken mit einem Durchmesser von etwa 1400 Kilometern haben Forscher vom California Institute of Technology im Kuiper-Gürtel entdeckt. Wenn diese Größenabschätzung bestätigt wird, ist der Kleinplanet, der den vorläufigen Namen 2004 DW erhalten hat, größer als der 2002 entdeckte bisherige Rekordhalter Quaoar, der einen Durchmesser von lediglich 1250 Kilometern hat.
Der Kuiper-Gürtel besteht aus Millionen unterschiedlich großer Eisbrocken, die jenseits der Bahn des Planeten Neptun die Sonne umrunden. Sie sind nach der gängigen Theorie bei der Entstehung des Sonnensystems übrig geblieben. Die größten dieser Objekte sind auf Planetendimension herangewachsen. Der Planet Pluto und sein Mond Charon sind wahrscheinlich ebenfalls Mitglieder des Kuiper-Gürtels.
Das Forscherteam um Mike Brown vom Caltech sucht den Himmel mit mehreren Teleskopen nach weiteren, bisher unbekannten Objekten im Kuiper-Gürtel ab. Bereits im Herbst 2002 hatten die Wissenschaftler dabei einen 1250 Kilometer großen Brocken entdeckt, der später den Namen Quaoar erhielt und als bisher größtes Objekt im Kuiper-Gürtel galt.
Wie groß der jetzt entdeckte Planetoid 2004 DW tatsächlich ist, können die Forscher noch nicht mit Sicherheit sagen. Ihre Schätzungen liegen zwischen 840 und 1880 Kilometern, je nachdem, von welchem Anteil zurückgestrahlten Sonnenlicht sie bei ihren Berechnungen ausgehen. Der Kleinplanet ist zurzeit siebenundvierzigmal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Seine Bahn ist mit 20 Grad Abweichung stark gegen die Bahnebene der Erde geneigt. Viel mehr ist über den Brocken noch nicht bekannt, da seine genaue Bahn erst dann bestimmt werden kann, wenn er auf älteren Himmelsaufnahmen ebenfalls identifiziert werden kann. Erst mit genau bekannter Bahnkurve kann das Objekt auch einen richtigen Namen bekommen.
Ute Kehse





