Während mit bisherigen Fasern lediglich Entfernungen von höchstens 20 Metern überbrückt werden konnten, war nun ein Transport von Informationen über Entfernungen von 100 Kilometern und mehr denkbar. Kaos Enthusiasmus habe andere Forscher angesteckt, an einer Glasfasertechnologie zu arbeiten, heißt es in einer Erklärung der Akademie. Tatsächlich wurden bereits 1970 die ersten Glasfaserkabel aus hochreinen Materialien hergestellt.
Um die elektronische Vermittlung von Information geht es auch in der zweiten Auszeichnung, die an Willard Sterling Boyle und George Elwood Smith geht: Die beiden Wissenschaftler hatten 1969 an den Bell Laboratories in Murray Hill den CCD-Chip erfunden. Die Abkürzung steht für Charge Coupled Device und steht für ein Bauteil, das Photoeffekt ausnutzt. Dabei löst ein Photon beim Auftreffen auf ein Material ein Elektron aus seiner Bindung und erzeugt so ein elektrisches Signal ? ein Konzept, das Albert Einstein bereits 1905 theoretisch vorhergesagt hatte und für das er 1929 selbst den Nobelpreis erhielt.
Die Arbeit von Boyle und Smith bestand nun in der Konstruktion eines Bauteils, mit dem eine große Zahl solcher Signale räumlich als Bildpunkt aufgelöst erfasst werden kann. Fand der so entstandene CCD-Chip fand zunächst vor allem in Nischenprodukten Anwendung, erlebte er in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen Aufstieg zum Massenprodukt und versieht heute in jeder Digitalkamera und milliardenfach in Fotohandys seinen Dienst. Doch die hochpräzisen optischen Teleskope, wie sie heute in der Astronomie eingesetzt werden, wären ohne die Arbeit der beiden Physiker undenkbar.





