Der elfjährige Aktivitätszyklus der Sonne ist wahrscheinlich nichts Ungewöhnliches. Auch bei anderen Sternen variiert die abgegebene Röntgenstrahlung parallel zur Zahl der Flecken auf der Oberfläche. Das wiesen Forscher um Fabio Favata vom European Space Research and Technology Centre in den Niederlanden jetzt erstmals bei dem 90 Lichtjahre entfernten Stern HD 81809 nach.
Messungen der Zahl von dunklen Flecken auf den Oberflächen von Sternen ? analog zu den Sonnenflecken ? sind schon seit den 50er Jahren möglich. Favata und seine Kollegen nutzten jetzt das Weltraumteleskop XMM Newton, um auch Variationen der Röntgenstrahlung einer kleinen Anzahl von sonnenähnlichen Sternen zu untersuchen. Das Röntgenteleskop arbeitet seit dem Jahr 2000.
Beim Stern HD 81809 erwischten die Forscher Mitte 2002 genau den Höhepunkt des Zyklus. Seitdem ist die Strahlung auf ein Zehntel des höchsten Wertes abgefallen. Bei der Sonne schwankt die Röntgenstrahlung im Verlauf des elfjährigen Aktivitätszyklus um den Faktor hundert. “Das ist das erste klare Zeichen für ein zyklisches Muster in der Röntgenstrahlung bei einem anderen Stern als der Sonne”, so Favata, der seine Forschungsergebnisse in der Zeitschrift Astronomy and Astrophysics (Bd. 418, S. L13) veröffentlicht hat.
Bislang konnten Astronomen nicht nachweisen, dass die Röntgenstrahlung im Gleichschritt mit der Zahl der Sternenflecken schwankt, wie es bei der Sonne der Fall ist. Die Messungen von XMM Newton belegen, dass auch die Aktivität von HD 81809 nach diesem Muster verläuft. “Das deutet darauf hin, dass das Verhalten unserer Sonne wahrscheinlich nicht außergewöhnlich ist”, sagte Favata. Mithilfe ihrer Untersuchungen wollen die Forscher verstehen, wie die Röntgenstrahlung der Sonne sich in Zukunft entwickeln könnte.
Ute Kehse





