Eine solche Vergangenheit hat auch B1508+55. Bei seiner Supernovaexplosion vor etwa zweieinhalb Millionen Jahren wurde der Stern jedoch so stark beschleunigt, wie Astronomen es bisher für nicht möglich gehalten haben, erklären die Forscher um Shami Chatterjee vom Harvard-Smithsonian Center für Astrophysik. Nach den bisherigen Simulationen kann eine Supernova einen Neutronenstern auf Geschwindigkeiten von maximal 200 Kilometern pro Sekunde bringen. Die Messungen ergaben jedoch, dass B1508+55 mehr als fünfmal so schnell unterwegs ist. Bisher ist kein Neutronenstern bekannt, der sich mit so hoher Geschwindigkeit fortbewegt.
Aus Ort und Geschwindigkeit konnten die Wissenschafter den Geburtsort des Neutronensterns rekonstruieren: ein Haufen schwerer Sterne mitten in der galaktischen Ebene der Milchstraße. Die Supernova habe den Stern senkrecht aus dieser Scheibe herausgeschossen, vermutet Chatterjee. Doch auch eine weitere Variante sei denkbar: Möglicherweise sei B1508+55 auch aus einem Doppelsternsystem hervorgegangen, bei dem zwei schwere Sterne durch starke Gravitationskräfte zusammengehalten werden und sich in geringem Abstand umkreisen. Explodiert nun einer der Sterne, so fliegt der andere davon ? wie bei einem Kettenkarussell, bei dem die Halteseile reißen.
Astronomie-Nachrichtendienst ” space.com“





